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Helmut Herman Bechtel - Zoltán Szendi
Tradition und Modernität in der ungarndeutschen Literatur

Josef Michaelis: Eiszeit

Josef Michaelis: Eiszeit

Dass
wieder
eine
Glazialzeit
einbrechen
würde?
Kann sein
An den Herzen
vieler
berechnender
Menschen
hängen
schon jetzt
anstatt
Adern
Eiszapfen
 

Aufgaben zur Textbearbeitung (klicken Sie hier)

1. Worauf bezieht sich der Titel?

2. Warum vertreten die berechnenderen Menschen die „Glazialzeit

3. Was für ein Bild stellt das Wort ‚Eiszapfen‘ dar? Vermuten Sie ein Symbol oder eine Allegorie dahinter? Begründen Sie.

 

Interpretation

Zu den nach wie vor aktuellen Problemen unserer Zeit gehört die Entfremdung in den menschlichen Beziehungen, die auch in der Lyrik von Michaelis thematisiert wird. Der ästhetische Wert dieses „Mahngedichtes“ hängt in erster Linie davon ab, wieweit es dem Autor gelingt, seine Themen wirkungsvoll zu rhetorisieren bzw. zu poetisieren. In diesem Gedicht bleibt die didaktische Aussage allzu sehr sichtbar, denn die Metaphorik des Textes überholt nicht die traditionelle Allegorie. Gerade deshalb kann bei der Deutung des Gedichtes der inhaltliche Moment hervorgehoben werden: der ironisch dargestellte Egoismus, der die zwischenmenschlichen Beziehungen unterminiert oder sogar zerstört.